Freitag, 18. August 2017

Vöfflur með kardimommur

Waffeln mit Kardamom


Dieses Waffelrezept stammt aus einem alten isländischen Kochbuch. Ich habe mich besonders über die Prise Kardamom in der Zutatenliste gefreut - gewissermaßen die Prise Skandinavien in diesem Rezept. "In Skandinavien ist Kardamom typischer Bestandteil süßer Backwaren", weiß schließlich schon Wikipedia.


Zutaten

2 Eier
85 g Margarine
1 EL Zucker
250 g Mehl
1 Prise Kardamom
150 ml Milch
100 ml Schlagsahne

Fett für das Waffeleisen

Puderzucker zum Bestreuen


Zubereitung

Die Eier trennen.

In einer Schüssel das Eigelb mit dem Zucker und der Margarine schaumig schlagen.


Mehl, Kardamom, Milch und Schlagsahne hinzufügen und alles zu einem glatten Teig verarbeiten.


Zum Schuss noch das Eiweiß steifschlagen und unter den Teig heben.


Das Waffeleisen einfetten, heiß werden lassen und den Teig dann portionsweise im Waffeleisen ausbacken.


Zum Schluss die Waffeln mit dem Puderzucker bestreuen und nach Möglichkeit noch warm servieren.


Traditionell isst man in Island seine Waffeln mit Schlagsahne und Marmelade.





Mittwoch, 9. August 2017

Eggjahræra

Rühreier



Zutaten für 2 Personen

4 Eier
2 EL Schlagsahne
1/2 TL Backpulver
1 Prise grobes Meersalz
1 Prise schwarzer Pfeffer
2 EL Käse
2 EL Butter


Zubereitung

Die Eier in ein hohes Gefäß geben und kräftig verrühren.

Sahne, Backpulver und Salz und Pfeffer hinzugeben und unterrühren.


Die Masse dann ca. 5 Minuten bei Zimmertemperatur stehen lassen.

Eine große Pfanne erhitzen und die Butter schmelzen lassen.

Die Eimasse dann in die heiße Pfanne geben, kurz anbraten und dann den geriebenen Käse darüber geben.



Das Rührei unter ständigem Rühren so lange weiter braten lassen, bis die Masse gestockt ist, dann mit gehackter Petersilie oder Dill bestreuen und direkt servieren.

Bei uns gab es das Rühreier hier mit gekochtem Skyrbrot und leckeren geräucherten kleinen Maränen, die ich bei im Finnland-Blog MAHTAVA! beim Blog-Event "Finnlands Hundertjahrfeier-Menü" gewonnen hatte.


In diesem Sinne - guten Appetit!



Uns hat es geschmeckt! 



Soðið rúgbrauð með skyri

Gekochtes Roggenbrot mit Skyr


Da habe ich mal zur Abwechslung kein Roggenbrot gebacken - sondern ich habe es gekocht!


Zutaten für 3 Gläser Brot

125 g Roggenmehl
70 g Weizenmehl
80 g Vollkornmehl
250 ml Skyr
160 ml Sirup
1 TL Backpulver
1 TL grobes Meersalz

1 TL geschmolzene Butter


Zubereitung

Alle Zutaten zusammen in eine große Schüssel geben...


...und alles kräftig verrühren.


Die Gläser innen mit der geschmolzenen Butter bepinseln / bestreichen.

Die Gläser dann ca. zur Hälfte, max. zu 2/3 mit Teig füllen und verschließen (mit Glasdeckel mit Klemmen oder einfach mit Alu-Folie).


Einen großen Topf mit so viel Wasser befüllen, dass die Gläser zur Hälfte im Wasser stehen.

Das Wasser zum Kochen bringen und dann 2,5 Stunden lang kochen lassen. Dabei immer wieder das Wasser nachfüllen, das verkocht ist, und darauf achten, dass die Gläser möglichst immer wenigstens halb im Wasser stehen!


Anschließend die Gläser aus dem Wasser nehmen, abkühlen lassen und das Brot vorsichtig aus den Gläser lösen.


Das Brot dann in Scheiben schneiden und genießen.


Guten Appetit!








Montag, 7. August 2017

Kaffiís (II)

Kaffee-Eis (II.)


Ich hatte ja vor zwei Jahren schon mal ein Rezept für ein Kaffee-Eis hier im Blog vorgestellt - hier noch mal eine andere Version, die ich dieses Jahr in Island kennen gelernt habe, mit weniger Schlagsahne, dafür aber mit gezuckerter Kondensmilch. Ausgesprochen lecker!


Zutaten

60 ml kochendes Wasser
3 EL Instant-Kaffee
400 ml gezuckerte Kodensmilch
500 ml Schlagsahne
100 ml fertige Schokoladensauce


Zubereitung

Das kochende Wasser mit dem Kaffee-Pulver verrühren und abkühlen lassen.


Anschließend den kalten Kaffee mit der Dosenmilch verrühren.


Die Sahne steifschlagen...


...und unter die Kaffee-Dosenmilch-Masse ziehen.


Die Schokoladensauce in die Eismasse fließen lassen, ganz kurz ein klein bisschen verrühren, aber dabei möglichst nicht die Marmorierung zerstören...


...und dann mind. 8 Stunden in einem geeigneten Gefäß im Tiefkühlschrank fest werden lassen.


Das Kaffee-Eis dann mit etwas Schoko-Sauce und Waffeln servieren.


Guten Appetit!


Skyr-Drink in Deutschland

"Milchmischgetränk isländischer Art" von Arla


Seit einiger Zeit habe ich schon die Werbung für den neuen Trink-Skyr von Arla gesehen, aber in einem der Geschäfte, in dem ich normalerweise einkaufe, habe ich den Trink-Skyr erst vor kurzem gesehen - und natürlich sofort mitgenommen!

Trink-Skyr-Werbung beim Supermarkt

Arla Trink-Skyr ist ein "köstliches, erfrischendes und fettarmes Milchmischgetränk nach isländischer Art", perfekt für unterwegs in der wiederverschließbaren Flasche und ein "perfekter Beitrag für die ausgewogene tägliche Ernährung". Soweit die Werbung.

Von den Nährwert-Angaben hat Arla isländischen Trink-Skyr ziemlich gut getroffen, beides ist "fettarm und proteinreich". Mit rund 60 kcal auf 100 ml Trink-Skyr liegt Arla unauffällig im Durchschnitt isländischer Produkte und ca. 9% Kohlenhydrate und ca. 6% Eiweiß kommt auch sehr gut hin.

Geschmacklich... Nun ja. Wir haben beide Sorten von Arla probiert, Blaubeer-Johannisbeere und Kirsche. Wir haben mit Blaubeere angefangen, weil wir Blaubeer-Trink-Skyr aus Island kennen. Der erste Schluck schmeckte erst einmal gut - aber im Abgang... Wir saßen da und überlegten... Ist es zu wenig säuerlich? Irgendwie - zu "unrund"? Auf jeden Fall - zum Schluss beim Runterschlucken fehlte uns etwas, im Abgang schmeckt es nicht so, wie wir Skyrdrykkur eigentlich kennen.

Von der zweiten Sorte, Kirsche, waren wir dann etwas überzeugter, die kam geschmacklich "richtigem Trinkskyr" doch näher als die Blaubeer-Johannisbeer-Variante.


So ganz richtig geschmacklich überzeugt hat mich der Skyr-Drink von Arla bisher leider nicht - ich schätze, ich werde mir meinen Skyrdrykkur auch in Zukunft aus reinem Skyr und Obst selber mixen, wobei gelegentlich zum Frühstück sicherlich auch mal der Kirsch-Skyrdrink dabei sein darf.





Donnerstag, 3. August 2017

Rifsberjasúpa

Rote-Johannisbeeren-Suppe


Unsere allerletzten roten Johannisbeeren für diese Saison sind letzte Woche in dieses typisch isländische Sommer-Essen gewandert: Lauwarme Johannisbeer-Suppe mit hartgekochten kalten Eiern.

Klingt ungewohnt, schmeckt aber sehr harmonisch, rund und ziemlich harmlos!

Als ich dann jetzt die Tage gelesen habe, dass  Birgit von Backen mit Leidenschaft gerade bei Zorra das Blog-Event CXXXIII – World Wide Summerfood veranstaltet, dachte ich, hey, das schreit doch danach, mich mit diesem Gericht dort zu beteiligen..!


Blog-Event CXXXIII - World Wide Summerfood (Einsendeschluss 15. August 2017)



Zutaten für 4 Personen

1 kg rote Johannisbeeren
1,5 l Wasser
4 EL Zucker
2 EL Kartoffelmehl

als
Beilage

4 - 6 hartgekochte Eier
Zwieback


Zubereitung

Die Johannisbeeren waschen und von den Rispen zupfen.

Mit dem Wasser in einen großen Topf geben und so lange kochen, bis sich eine einigermaßen einheitliche Masse gebildet hat.


Anschließend die Johannisbeeren vorsichtig zerdrücken.


Doch ein Sieb in einen zweiten Topf streichen, ...


...den Zucker hinzufügen und alles aufkochen lassen.


Das Kartoffelmehl in einem Glas mit einem Esslöffel kalten Wasser anrühren, unter ständigem Rühren (damit nichts klumpt!) zu der restlichen Suppe geben


Die Suppe dann traditionell lauwarm mit kalten, hartgekochten Eier und dazu Zwieback servieren. Ein bisschen gebröselten Zwieback habe ich noch drüber gestreut - erstens für die Optik, zweitens für den Geschmack / die Konsistenz.




Skálholt

Der ehemalige Bischofssitz in Skálholt


Vom Gullfoss aus bin ich dann wieder in meine Wohnung in Reykjavík zurückgefahren - aber da ich unbedingt noch Flatbrauð und Hangikjöt vor Grassoden-Haus fotografieren wollte, bin ich noch über Skálholt gefahren. Von Gullfoss nach Skálholt über die 35 fährt man ungefähr eine halbe Stunde. Lohnend ist der Besuch in Skálholt aber natürlich auch, wenn man kein typisch isländisches Essen vor typisch isländischer Kulisse fotografieren will! 

Der Name "Skálholt" bedeutet wörtlich übersetzt ungefähr so viel wie "schüsselförmiger steiniger Hügel" und bezeichnet offenbar genau das, was dieser Ort war. Trotz des prosaischen Namens ist Skálholt einer der geschichtsträchtigsten Orte Islands.


Dieser Ort hier ist eng mit der Landnahme Islands verknüpft:

Einer der ersten Siedler des Landes, der Norweger Ketilbjörn Ketilsson ( genannte "gamli" - "Der Alte") ließ sich hier in der Gegend etwas nördlich in Mosfell nieder und begründete die Familie der Mosfellingar. Ketilbjörns Sohn Teitur Ketilbjarnarson folgte seinem Vater als Häuptling der Region nach, er ließ auch die erste Ansiedlung in Skálholt bauten. Sein Sohn Gissur Teitsson (genannte "hvíti", der Weiße) war maßgeblich an der Christianisierung Islands im Jahre 1000 beteiligt und Gissurs Sohn Isleifur (ca. 1006 - 1080) wurde schließlich der erste Bischof von Island und Grönland. Isleifur erhob Skálholt Mitte des 11. Jahrhunderts zum Bischofssitz - vermutlich aus praktischen Gründen, da seiner Familie das Land hier gehörte.

Ende des 12. Jahrhunderts wurde in Skálholt die erste Lateinschule des Landes gegründet.

Zu dieser Zeit war der Ort auch die Wirkungsstätte von Bischof Þorlákur Þórhallsson. Der Bischof setzte sich insbesondere für die Freiheit der Kirche von weltlichen Herrschaftsbestrebungen ein, insoweit bekam seine Verehrung einen besonderen nationalen Aspekt nach der Unterwerfung Islands unter die norwegische Krone 1262. Der Todestag von Bischof Þorlákur am 23. Dezember ist seit über 900 Jahren ein Feiertag für die Isländer.

Þorlákur, in Island bereits seit 1198 als Heiliger verehrt, wurde schließlich 1984 von Papst Johannes Paul II. als Schutzheiliger Islands bestätigt. Das Grab von Þorlákur war über Jahrhunderte der wichtigsten Wallfahrsort Islands.

Der letzte katholische Bischof Islands, Jón Arason, wurde hier in der Nähe von Skálholt 1550 zusammen mit zweien seiner Söhne im Auftrag des dänischen Königs enthauptet.

Enthauptung des letzten katholischen Bischofs Jón Arason
- Darstellung aus dem Saga Museum, Reykjavík

Über 700 Jahre lang war Skálholt eines der wichtigsten politischen und kulturellen Zentren Islands, bis 1801 der Bischofssitz nach mehreren starken Erdbeben Ende des 18. Jahrhunderts nach Reykjavík verlegt wurde. Die Schule war bereits vorher zunächst nach Hólarvellir, dann nach Bessastaðir und 1786 schließlich nach Reykjavík verlegt worden.

Heute befindet in Skálholt die um 1960 erbaute Kathedrale (Skálholtsdómkirkja), der Sitz des Weihbischofs, des Gemeindepfarrers und eine Schule.



Die Skálholtsdómkirkja, vermutlich der 10. Kirchenbau hier an diesem Ort im Laufe der Jahrhunderte, kann normalerweise täglich zwischen 9 und 18 Uhr besichtigt werden.


Die Schule "Skálholtsskóli" in ihrer heutigen Form wurde Anfang der 1970er Jahre als Volkshochschule gegründet. Mittlerweile ist sie ein Kultur- und Ausbildungszentrum und bietet u.a. Seminar- und Veranstaltungsräume mit Verpflegung für ca. 100 Personen und Unterkunft für maximal 65 Personen. Außerdem werden hier auch Schweigeseminare angeboten. Manchmal werden in den Räumen des zugehörigen Küche auch mittelalterliche Essen veranstaltet mit isländischen Rezepten aus dem 12. Jahrhundert. (Klingt das nicht traumhaft?!?)


Für rund 11 Mio. Kronen (ca. 65.000 €) wurde 2011 / 2012 in Skálholt dann an der alten Stelle entsprechend den Ausgrabungsbefunden Þorláksbúðar errichtet - die alte Grassodenkirche, wie sie zu Zeiten von Bischof Þorlákur ausgesehen haben mag. Es ist zwar strittig, ob die Rekonstruktion wirklich gelungen ist (und bei der Finanzierung gab es wohl auch Schwierigkeiten), aber als Besuchermagnet ist das kleine Kirchlein aus Holz und Grassoden auf jeden Fall ein Gewinn.


Þorláksbúðar




Passend zur altisländischen Tradition dieses Ortes habe ich Skálholt als Kulisse für mein Foto-Shooting mit Flatbrauð und Hangikjöt genutzt:





Im Hintergrund die neu errichtete Þorláksbúðar von Skálholt

Blick über die Landschaft von Skálholt