Der elfte Ausbruch in Folge
... und die achte Eruption im Gebiet der Sundhnúkagígar-Reihe seit Dezember 2023.
Heute morgen gegen halb 8 (isländischer Zeit) habe ich auf der Internet-Seite der Zeitung Morgunblaðið davon gelesen, dass ein neuer Ausbruch begonnen habe bzw. unmittelbar bevorstehe. Mein erster Gedanke war - ach nee, Aprilscherz...
Aber dann waren da nicht nur die Berichte in den Medien, auch auf der Seite des meteorologischen Instituts des Landes (vedur.is) stand diese Ankündigung. Dazu der Beginn des Erdbeben-Schwarms... Macht eine Wetterbehörde solche Scherze..? Ich fing an zu zweifeln...
Auf der Seite der Straßenbehörde (umferdin.is) habe ich dann gesehen, dass die Straßen rund um Grindavík weiträumig gesperrt wurden.
Da konnte ich irgendwie doch nicht mehr an einen (schlechten) Aprilscherz glauben. Und spätestens, als ich auf der Homepage der Blauen Lagune gelesen habe, dass vorübergehend wegen Magmaintrusion geschlossen ist, weitere Informationen im Laufe des Tages, war ich dann wirklich überzeugt. So ein Aprilscherz käme definitiv zu teuer...
Tatsächlich begann die Magmaintrusion (kvikuinnskot) um 6.30 Uhr heute Morgen. Kurz nach 7 Uhr begann die Evakuierung von Grindavík, der Blauen Lagune und dem Kraftwerk Svartsengi.
Gegen 9.44 Uhr öffnete sich dann wirklich die Erde und die Lava floss...
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Quelle: mbl.is |
Im Süden öffnete sich ein Spalt in der Nähe der Schutzwälle rund um den Ort Grindavík, der Spalt ging dann unter dem Wall durch.
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Quelle: visir.is |
Aber mittlerweile fließt hier keine Lava mehr, der Lavafluss hat den Ort nicht erreicht.
Auch bei den Anwohnern in Grindavík scheinen teilweise die Nerven blank zu liegen. Als bei der Räumung der Stadt Freiwillige der Rettungsteams (björgunarsveit) den Anwohnern halfen, den Ort zu verlassen, kam es offenbar zu einem Zwischenfall. Der Anwohner saß wohl im Auto, ein Rettungshelfer stand am Autofenster und ein zweiter Rettungshelfer daneben, und als der Anwohner aufgefordert wurde, die Stadt zu verlassen, zog er offenbar eine Waffe. Der Bewohner wurde dann von der Polizei festgenommen.
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Quelle: mbl.is |
Mittlerweile kommt offenbar keine Lava mehr aus dem Riss, der sich heute geöffnet hat - aber die Erdbeben gehen praktisch unverändert weiter. Und der Schwerpunkt der Beben hat sich offenbar nach Norden verlagert, nicht mehr so weit von der Reykjanesbraut entfernt, der Straße von Reykjavík zum Flughafen.
Das macht mir schon etwas Sorgen, bei den bisherigen war es eigentlich so, dass die Beben schlagartig stark nachgelassen hatten, sobald sich irgendwo die Erde geöffnet hat und das Magma sprudeln konnte. Dieses Mal gehen die Beben weiter - also durchaus möglich, dass noch mehr bevor steht...
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Quelle: vedur.is |
Abwarten, wie es weiter geht, und hoffen, dass bitte möglichst nichts Schlimmes passiert...
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Quelle: vedur.is |